Manchmal braucht es gar keine ausgefallene Fantasiefigur, um mit künstlicher Intelligenz etwas Schönes zu erschaffen. Eine einfache Zeichnung auf Papier reicht völlig aus. In diesem Fall war es ein Pokémon, das wohl viele kennen dürften: Quapsel.

Mein Sohn Basti hatte versucht, das kleine blaue Wasser-Pokémon nachzuzeichnen. Mit Buntstiften brachte er Quapsel aufs Papier, inklusive der riesigen Augen, der rosa Lippen, der charakteristischen Spirale auf dem Bauch und natürlich der großen Schwanzflosse.

Und ich finde, das ist ihm ziemlich gut gelungen!

Die Zeichnung zeigt Quapsel mit all seinen typischen Merkmalen. Es ist sofort zu erkennen, welches Pokémon hier als Vorlage diente. Genau dieses Bild habe ich anschließend als Referenz für die künstliche Intelligenz verwendet.

Aus Buntstift wird flauschiges 3D

Die Aufgabe für die KI bestand darin, aus der zweidimensionalen Zeichnung eine dreidimensional wirkende Figur zu erschaffen. Dabei sollten die charakteristischen Merkmale erhalten bleiben.

Das Ergebnis ist ein unglaublich niedliches, flauschiges Quapsel, das fröhlich durch einen Seerosenteich planscht.

Die ursprünglich glatte blaue Haut hat sich in weiches, plüschiges Fell verwandelt. Die großen Augen glänzen, die rosa Lippen stechen hervor und auf dem weißen Bauch sitzt weiterhin die typische schwarze Spirale. Selbst die kleinen seitlichen Flossen und die große Schwanzflosse sind wiederzuerkennen.

Rundherum hat die KI eine passende Umgebung geschaffen. Zwischen grünen Seerosenblättern und rosa Blüten spritzt das kleine Wasserwesen fröhlich im Teich herum. Im Hintergrund plätschert ein Wasserfall, während Sonnenstrahlen durch die Bäume fallen.

Das Ganze sieht aus, als könnte Quapsel direkt einem modernen 3D-Animationsfilm entsprungen sein.

Zwei Bilder, ein Pokémon

Besonders interessant finde ich bei solchen KI-Experimenten den direkten Vergleich zwischen der ursprünglichen Zeichnung und dem fertigen Ergebnis.

Auf der einen Seite sieht man die Buntstiftzeichnung meines Sohnes. Auf der anderen Seite steht die aufwendig ausgearbeitete KI-Illustration. Die Formen und wesentlichen Merkmale sind dieselben, nur die Darstellung hat sich völlig verändert.

Dabei geht es nicht darum, dass die künstliche Intelligenz besser zeichnen könnte. Sie macht aus der ursprünglichen Zeichnung schlicht etwas anderes. Sie fügt Texturen, Licht, Schatten und eine Umgebung hinzu, die mit Buntstiften auf Papier in dieser Form nicht vorhanden waren.

Gerade deshalb mag ich diese Art von Experimenten. Man kann sehen, wie sich eine vorhandene Zeichnung in einen völlig anderen Bildstil übertragen lässt, ohne dass das ursprüngliche Motiv verloren geht.

Und mal ehrlich: Ein flauschiges Quapsel, das zwischen Seerosen planscht, hat doch durchaus etwas. Fast schade, dass man es nicht aus dem Bild herausnehmen und knuddeln kann.